In der Winterzeit stellte die T-Systems MMS pandemiebedingt ihren Betrieb fast ausschließlich auf Home-Office um. Daraufhin ergaben sich ganz neue Fragestellungen: Wie geht es den Mitarbeitenden? Wie steht es um ihre Gesundheit? Ist Home-Office langfristig eine gute Lösung, mit der auch die Mitarbeitenden weiterhin motiviert bleiben und Freude an der Arbeit haben? Wie kann die Mitarbeitergesundheit langfristig gewährleistet werden?

Susan Mothes, Gesundheitsmanagerin |
T-Systems MMS


Denn Home-Office bedeutete eine große Umstellung für die Mitarbeitenden und hielt einige neue Herausforderungen für sie bereit. Im selben Zuge taten sich jedoch auch neue Chancen für das Arbeitskonzept und demnach auch für die Arbeitsgestaltung auf. Susan Mothes, unsere Verantwortliche im Bereich Gesundheitsmanagement, gibt in einem Interview Einblick, welche Auswirkungen Home-Office auf die Mitarbeitergesundheit haben kann und zeigt auf, wie das Konzept langfristig gut funktionieren kann.


Welche gesundheitlichen Auswirkungen kann die überwiegende Arbeit im Home-Office haben und welche Aspekte führen zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen?

Susan: Meine Wahrnehmung ist, dass oft von den negativen Auswirkungen des Home-Office auf unsere Gesundheit berichtet oder gesprochen wird. Bewegungsmangel durch Wegfall des Arbeitsweges, Rückenschmerzen wegen fehlender ergonomischer Sitzmöbel, ungesundes Essverhalten mangels Pausen und Fastfood-Konsum oder schlechter Schlaf sind Beispiele. Es fällt einigen Menschen schwerer, Arbeitszeit und Freizeit voneinander zu trennen, wenn keine räumliche Trennung stattfindet. Der Rechner auf dem Küchentisch verleitet schneller zum Sich-nochmal-kurz-ran-setzen und lässt wichtige Erholungsphasen schrumpfen. Kommen einige dieser Faktoren zusammen, wird das Homeoffice als Belastung für die körperliche und mentale Gesundheit angesehen.

Doch es geht auch anders. Ich kenne Kolleg*innen, die die zuvor genannten Aspekte für sich positiv interpretiert haben und sich im Homeoffice fitter und wohler fühlen. So wird die eingesparte Zeit für den Arbeitsweg genutzt, um länger zu schlafen oder einer bestimmten Morgenroutine zu folgen. Diese sieht ganz unterschiedlich aus: eine morgendliche Jogging- oder Fahrradrunde, eine Yoga- oder Meditationseinheit, in Ruhe Nachrichten lesen oder einfach den Tag entspannter mit der Familie am Frühstückstisch beginnen. Mittagspausen werden für einen Spaziergang, kurze Trainings oder Powernaps genutzt und es bietet sich die Gelegenheit, gesünder zu essen.

Dass ausreichend Bewegung im Homeoffice möglich ist, haben erst kürzlich knapp 200 MMSler*innen bewiesen, indem sie 28 Tage lang durchschnittlich 10.000 Schritte absolvierten, um einen virtuellen Berg zu besteigen.

Positiv auf das Stresserleben wirkt sich auch das ablenkungsärmere und damit konzentriertere Arbeiten im Home-Office aus, vorausgesetzt man hat die Möglichkeit dazu. Ein separates Zimmer ist das Optimum, Absprachen mit den Haushaltsmitgliedern über störungsfreie Zeiten sind hilfreich.

Das dauerhafte Arbeiten im Home-Office birgt jedoch die Gefahr der „sozialen Isolation“ oder „Vereinsamung“. Die Pandemie hat dies noch einmal verschärft, waren doch selbst private Kontakte zeitweise sehr stark eingeschränkt. Hinzu kamen Ängste und Sorgen, die die Psyche zusätzlich belasten.

Die Auswirkungen der Arbeit im Home-Office auf unsere Gesundheit werden, meiner Ansicht nach, von unserer persönlichen Haltung dazu und natürlich auch von unserer Lebens- und Wohnsituation geprägt und sind somit individuell.

Wie kann die psychische Belastung im Home-Office reduziert werden?

Susan: Meine derzeitige Überzeugung ist, dass Menschen im Sinne der Selbstwirksamkeit, die Fähigkeit besitzen sollten, selbst gut für sich zu sorgen und erkennen: „Was sind meine persönlichen Ressourcen und Stressfaktoren? Wie halte ich diese in der Balance? Was kann ich tun, wenn das Gleichgewicht ins Wanken gerät?“ Und auch ganz wichtig: „Wer kann mich dabei unterstützen?“

In der Selbstführung sehe ich eine wichtige Kompetenz, die es zu fördern gilt. Also die Fähigkeit, das eigene Denken und Handeln zu analysieren, zu hinterfragen, um somit sich selbst und die eigenen Bedürfnisse besser kennenzulernen. Das gilt nicht nur für die Arbeit im Home-Office 😉


Erfahren Sie im Blogartikel zu „Corporate Happiness® – So soll es sein, so kann es bleiben“, was es benötigt, damit Mitarbeiter*innen im Unternehmen glücklich sind.“


An wen können sich Mitarbeitende wenden, wenn sie Probleme haben?

Susan: Die Führungskräfte sollten natürlich ein offenes Ohr für die Probleme und Anliegen ihrer Kolleg*innen haben. Man kann sich aber auch an die Mitarbeitenden- und Führungskräfteberatung wenden. Dort erfährt man Unterstützung bei jeglichen individuellen Berufs- und Lebensfragen, selbstverständlich vertraulich.

Manchmal ist auch schon ein Schwatz mit der netten Kollegin oder Kollegen hilfreich.

Außerdem sind Präventionsangebote wie Seminare, Workshops oder Coachings zu Themen einer gesunden Lebensweise zu empfehlen.

Ist Home-Office, so wie es momentan durchgeführt wird, auf lange Sicht ein durchsetzbares Arbeitssystem?

Susan: Ob das Home-Office ein durchsetzbares Arbeitssystem ist, wird sich, so glaube ich, mit der Zeit zeigen und sich entwickeln. Wir befinden uns noch immer in der besonderen Zeit der Pandemie. Alle wurden mehr oder weniger zum Home-Office „verdonnert“ mit den besonderen Umständen, dass zeitweise der komplette Haushalt mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen aufeinander gehockt hat oder Menschen plötzlich ganz allein zu Hause waren. Die „normale“ HO-Situation kennen wir ja noch gar nicht wirklich.

Ein hybrides Arbeitsmodell, basierend auf Freiwilligkeit, so wir es in der T-Systems MMS planen, halte ich für einen guten Weg. Um der Gefahr des „Übersehens“ zu entgehen, braucht es aber auch die Gleichbehandlung aller, egal wo gearbeitet wird.

Welche Maßnahmen können und sollten Arbeitgeber in Zukunft realisieren, damit die Mitarbeitergesundheit langfristig im Home-Office gewährleistet wird?

Susan: Grundlage ist natürlich eine adäquate Technik, mit welcher gut im Home-Office gearbeitet werden kann. Unterstützungsangebote, wie die Möglichkeit zum Erwerb vergünstigter Büromöbel, Informationsveranstaltungen und spezielle Schulungen erleichtern den Umstieg.

Für das Unternehmen, aber auch für jeden Einzelnen ist es wichtig, den „sozialen Kitt“ nicht bröseln zu lassen. Dafür braucht es auch Meetings, Workshops oder zufällige Treffen in Präsenz. Persönliche Begegnungen von Mensch zu Mensch, haben für mich eine andere Qualität als virtuelle. Unternehmen sollten daher einen guten Mix zwischen Formaten in Präsenz und virtuell kreieren und immer wieder nachjustieren.

Was bevorzugst du? Home-Office oder Büro?

Susan: Ganz ehrlich? Aktuell arbeite ich lieber zu Hause. Es kommt aber schon wieder häufiger vor, dass ich tageweise im Büro bin. Ich freue mich, den Stehtisch nutzen zu können, Kolleginnen Und Kollegen zufällig zu treffen und gemeinsam Mittagessen zu gehen. Nach der langen Zeit hat man sich viel zu erzählen. Ob ich ins Büro fahre oder nicht, hängt oft von meinem Kalender ab. An einem Tag, welcher voll mit Meetings ist, bin ich z.B. lieber im Home-Office. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Situation nach dem Sommer entwickelt. Ich hoffe sehr, dass wieder mehr Leben in unsere Bürowelten einzieht.


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