Im Rahmen unseres Diversity-Monats haben wir mit zwei Kolleg*innen über das Thema Altersdiversität gesprochen. Zu Gast waren Steffen von Damaras und Mariele Haferland aus Jena und es fiel uns nicht immer leicht, das Thema Alter von der Diversitäts-Ausprägung „Betriebszugehörigkeit“ zu trennen.

Hier erst einmal mehr über unsere Gäste: Steffen ist bereits seit 17 Jahren bei der T-Systems MMS und bereits über 50 Jahre alt. Angefangen hat er als Entwickler, dann war er Architekt und Prozessmanager und nun ist er Berater im Bereich Digital Commerce. Im Gegensatz zu Steffen ist Mariele 29 Jahre alt und seit zwei Jahren bei uns. Zuvor hat sie 2,5 Jahre als Konzeptionerin und Projektleiterin in einer Kommunikationsagentur gearbeitet. Heute ist sie Consultant im Bereich Sales Excellence, genauer im Digital Commerce, und ihr Team ist alterstechnisch bunt gemischt doch insgesamt jung. Im gesamten Unternehmen liegt der Altersdurchschnitt aktuell bei 37 Jahren und ist seit den letzten 5 Jahren nur um 2 Jahre gestiegen. Dabei hält uns vor allem der stabile Anteil an Lernenden jung, die etwa 20% unserer Mitarbeitenden ausmachen.   

Steffen betont gleich bei seiner Vorstellung einen wichtigen Vorteil des fortgeschrittenen Alters: „Die grauen Haare sind eine Art Kompetenz-Simulator“, lacht er und berichtet, dass er während seines langen Arbeitslebens bereits viele wertvolle Einblicke in die verschiedensten Bereiche erhalten hat. Der häufige Stellenwechsel, der früher eher verpönt war, macht nun – mit entsprechenden Begründungen – alle Menschen zu interessanten Bewerber*innen. Mariele kann das auf jeden Fall bestätigen, denn immer wieder fragen Kunden, ob es bei uns Mitarbeitende mit Erfahrungen in unterschiedlichen Branchen und Unternehmen gibt. Manchmal möchte sie auch selbst herausfinden, welche Erfahrungen bereits mit einem Kunden gemacht wurden und wendet sich dann gerne an lang zugehörige Kollegen, wie Steffen. Doch nicht nur Stellenwechsel ermöglichen einen Wechsel des Blickwinkels. Auch das Durchhalten und das Erleben mehrerer Stufen eines Projektes und ggf. auch einmal das Scheitern bereichern den persönlichen Erfahrungsschatz. Denn auch die richtigen Konsequenzen aus dem Scheitern zu ziehen und dahingehend sein Vorgehen anzupassen, ist unglaublich lehrreich und agil.

Ein Unterschied, den Steffen im Verlauf des Gesprächs zwischen eher jüngeren und eher älteren Kolleg*innen anspricht, ist die Art des Lernens. Er erinnert sich, dass er früher – vor Google – sich stundenlang durch Bücher blättern musste, um die notwendigen Informationen zu erhalten. „Eine Aufmerksamkeitsspanne von 10 Minuten hätten wir uns nie leisten können.“ Durch seine vielseitige Berufserfahrung hat er gelernt, in neuen Projekten zunächst grob die Zusammenhänge zu erfassen und erst im Anschluss ins Detail zu gehen. Das bedeutet für ihn auch, dass er mache Dinge nicht gleich zu Beginn lernt, sondern zu dem Zeitpunkt, da er sie tatsächlich benötigt. Jüngere Kolleg*innen preschen da schon mal vor und versuchen alles gleichzeitig zu erledigen.

Doch was bedeutet denn eigentlich „alt“? Ist damit tatsächlich ein hohes Lebensalter oder doch eher eine lange Betriebszugehörigkeit gemeint? Mit einer langjährigen Betriebszugehörigkeit habe ich womöglich gute Einblicke in vergangene Projekte und unsere internen spezifischen Prozesse. Aber eine Person, die bereits durch mehrere Unternehmen gewandert ist, kann ebenso wertvolle Einschätzungen und Impulse mitbringen. Gleichzeitig ist es schwer, in einem sich sehr schnell verändernden Umfeld über das Thema Alter zu sprechen, denn die Technologien verändern sich so radikal und häufig, dass das Wissen, welches heute erlernt wird, in zwei Jahren schon wieder überholt ist.

Wenn wir nun auf das vermeintlich gegenteilige Thema „Jugend“ schauen, ergibt sich auch hier wie automatisch die Frage: Geht es tatsächlich um junge Menschen oder um Personen, die noch nicht so lange im Unternehmen sind? Sowohl die einen als auch die anderen bringen neue Impulse, wenn nicht sogar einen disruptiven Ansatz in den Berufsalltag ein. Sie denken ganz anders über viele Dinge, trauen sich auch, Prozesse anzustoßen, die Alteingesessene bereits akzeptiert haben – nur, um festzustellen, dass vielleicht doch auf einmal der richtige Tag für eine Veränderung gekommen ist. Dieser Kontakt mit der vermeintlichen Außenwelt hat zur Folge, dass nicht nur Prozesse, sondern auch die Zusammenarbeit im Team neu gedacht werden müssen, doch es fördert ungemein die Weiterentwicklung unserer T-Systems MMS. „Ich bin überzeugt, dass wir als Unternehmen noch offener gegenüber neuen Kollegen und Kolleginnen werden müssen, die von außerhalb kommen und neue Impulse und insbesondere Berufserfahrung mitbringen. Wir dürfen nicht leichtfertig Betriebszugehörigkeit mit Berufserfahrung verwechseln, denn einige von uns hatten ein Leben vor der MMS. Das wünsche ich mir zukünftig noch stärker von meinen Kolleg*innen.“, sagt Mariele. Um sich gegenseitig zu inspirieren und voneinander zu lernen, wurden in Steffens Team bereits Tandems implementiert, die den Austausch weiter fördern sollen.

In Jena, ein eher kleiner Standort der T-Systems MMS, treffen sich (hoffentlich bald wieder persönlich) Jung und Alt, um gemeinsam abends Dart oder auf einer Konsole zu spielen. Da ist es unwichtig, wie alt oder in welcher Lebensphase die Kolleg*innen gerade sind, denn „am Ende kommt es immer auf die Personen an – auf den Menschen, den man da vor sich hat. Wie alt der- oder diejenige ist, ist für mich dann erst einmal sekundär“, bekräftigt Mariele. Steffen stimmt ihr zu. „Ich beurteile Menschen auch nicht nach ihrem Alter, weil es Leute gibt, die sind in meinem Alter wie 60-Jährige und andere, die sind wie 40-Jährige. Eine schöne Mischung macht’s! Respektiere die anderen und respektiere ihre Leistung. Alle sollten sich so gut einbringen, wie sie können.“


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