1996 war die T-Systems Multimedia Solutions (MMS), damals noch unter dem Namen Multimedia Software GmbH Dresden, am ersten Pilotversuch für interaktive Videodienste in Deutschland beteiligt und wurde damit zu einem der Wegbereiter für das digitale Fernsehen.

Video-on-Demand: TV mit revolutionären Funktionen

Im Herbst 1996 startete das Pilotprojekt „Interaktive Videodienste Nürnberg“. Als Entwicklungs- und Testzentrum der Telekom für interaktive Multimediadienste war die MMS maßgeblich an der Plattformentwicklung und der Content-Produktion beteiligt. Die 100 Pilotkunden konnten damit nicht nur Spielfilme on-Demand auf dem TV-Bildschirm schauen, sondern auch weitere Services wie Infos on Demand, News on Demand und Homeshopping in Anspruch nehmen. Außerdem standen einen Gesundheitskanal und ein wissenschaftlicher Bereich zur Verfügung.

Da für die Pilot-Anwendung große Datenmengen übertragen werden mussten, erhielten die angeschlossenen Haushalte einen breitbandigen ADSL-Anschluss, der mit einem Rückkanal für die interaktive Komponente ausgestattet war. Außerdem wurden die heimischen TV-Geräte mit einer Set-Top-Box aufgerüstet, um die Zusatzangebote nutzen zu können. Zur Navigation kam eine spezielle Fernbedienung zum Einsatz.


Der Gesundheitskanal 1996 für „Interaktive Videodienste Nürnberg“

Kerngeschäft bricht 1998 weg

Doch aufgrund der hohen Kosten für einen flächendeckenden Breitbandausbau legte die Telekom die reguläre Einführung von interaktiven Videodiensten vorerst auf Eis. In der Folge musste sich die MMS 1998, nur drei Jahre nach ihrer Gründung, von ihrem Hauptgeschäftsfeld „Software für interaktives Fernsehen“ verabschieden. Doch mit „Internet Agentur Services“ hatte sie sich schon ein weiteres Standbein aufgebaut. So hatte sie als erste Telekom-Einheit eine eigene Website. Darüber hinaus verfügte die MMS bereits über Kompetenzen in der Entwicklung von damals völlig neuartigen Internet-Anwendungen – damit war die Idee für das neue Kerngeschäft geboren, welches bis heute ein fester Bestandteil unseres Portfolios ist.

Nach wie vor aktuell: Mediatheken und Streaming Services

Auch wenn wir uns vom interaktiven Fernsehen verabschieden mussten, legte die MMS einen der Grundsteine für das heutige Pay-TV, Mediatheken und das digitale Fernsehen – was damals noch absolute Zukunftsmusik war. Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland streamt die MMS seit Mitte der 1990er Jahre Aktionärs-Hauptversammlungen, internationale Sport-Events und Kongresse und Konzerte ins Intranet. Für namhafte Unternehmen wie QVC entwickelte sie leistungsfähige Mediatheken.

Streaming auch für die interne Kommunikation

Seit 2008 kommt die von der MMS entwickelte Plattform „Streamworld“ auch unternehmensintern zum Einsatz. So werden Team-Meetings und Veranstaltungen im Intranet gestreamt. Zudem können Mitarbeiter seit 2010 auch die regelmäßig stattfindende „Offene Stunde der Geschäftsführung“ live am PC verfolgen.
Auf große Resonanz stößt außerdem das Streaming des Digital Live Camps: das Mitmach-Barcamp der MMS. Für Mitarbeiter, die nicht live vor Ort sind, besteht die Möglichkeit, die über 50 Sessions live in der Mitarbeiter-App zu verfolgen. Alle Beiträge sind auch im Nachhinein on Demand verfügbar.

Zu sehen ist ein Foto von 1996 aus dem Videostudio
1996 im Videostudio