Die Digitalisierung dringt immer mehr in alle Lebensbereiche vor. Dabei sind die Konsequenzen unseres Handelns zunehmend schwieriger vorherzusagen. Dabei soll das Konzept der digitalen Ethik helfen. Was das genau ist, warum das Thema so relevant ist und wie Unternehmen davon profitieren, soll in diesem Beitrag beantwortet werden.

Was versteht man unter „Digital Ethics“?

Digital Ethics ist eine Teildisziplin der praktischen Philosophie. Hierbei werden konkrete Handlungsnormen und Werte sowie deren Begründung und mögliche Kritik zu einem digitalen Projekt erarbeitet. Man fragt nach dem richtigen bzw. guten Verhalten im Kontext der Digitalisierung.

In Unternehmen können die Prinzipien der digitalen Ethik mögliche Risiken von Handlungen aufdecken, Transparenz für Mitarbeitende, Kunden und Partner schaffen, Auswirkungen bestimmter Entscheidungen vorhersagen, Werte und Leitbilder definieren und damit schließlich Konflikte vermeiden.

Warum ist das Thema relevant?

Dass aktuell so viel über Digital Ethics gesprochen wird, liegt vor allem an den technologischen und gesellschaftlichen Treibern. Big Data, Cloud-Systeme, Smart Homes, Social Media, IoT und vor allem Künstliche Intelligenz (KI) bringen digital-ethische Diskussionen in die Gesellschaft, beispielsweise in Bezug auf die Massendatensammlung bei Big Data Lösungen. Es wird sich darüber ausgetauscht, ob es ethisch ist, die Daten von den Nutzern überhaupt zu sammeln.In Bezug auf Social Media geht es um das Problem der Filterblasen durch Content-Algorithmen, psychische Belastungen, Suchtverhalten und Diskriminierungen. Bei KI wird zunehmend über einen Kontrollverlust debattiert.

Gesellschaftliche Treiber sind vor allem Werte, welche den Menschen sehr wichtig und demnach schützenswert sind: An erster Stelle kann hier die Privatsphäre genannt werden, aber auch Nachhaltigkeit, Transparenz und Fairness rücken immer mehr in die gesellschaftliche Aufmerksamkeit.

Wie können Unternehmen von Digital Ethics profitieren?

Digitale Technologien haben mittlerweile ihren festen Platz in unserer Gesellschaft. Entwicklungen technologischer Innnovationen, die das Leben der Menschen verbessern und erleichtern, nehmen rasant zu. So nehmen Unternehmen, welche diese Innovationen entwickeln, direkten Einfluss auf den gesellschaftlichen Wandel. Was den meisten Unternehmen dabei aber fehlt, ist eine Betrachtung der Risiken ihrer Innovationen.

Dabei ist es unternehmerisch sehr sinnvoll, bereits von Beginn an Projekte nach digital-ethischen Standards auszurichten. Geht man Digital Ethics bereits frühzeitig in einem Projekt an, spricht man von „ethics by design“. Hieraus ergeben sich zahlreiche Vorteile für das Unternehmen:

  • Bindung von Kunden, Mitarbeitenden und Partnern
  • Imagesteigerung
  • Risiken erkennen und vermeiden
  • Zukunftssicherheit durch wertorientierte Geschäftsmodelle
  • Gesetzeskonformität
  • Positive Differenzierung gegenüber anderen Wettbewerbern

„Digitale Ethik gehört in den Organisationskontext verankert. Diese Verankerung erkennt und behandelt Konfliktfälle und ist ein wichtiges Element der Zukunftsfähigkeit der jeweiligen Organisationen.“

Dr. Frank Schönefeld, CTO und Leiter des Geschäftsbereichs Digital Reliability bei T-Systems MMS
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Resiliente Unternehmen sind schneller, stärker, fitter und vor allem sind sie digitale Vorreiter. Aber was genau ist Resilienz und wie schafft man das? Groß- und mittelständische Unternehmen verraten Ihnen aus erster Hand, wie Sie den Herausforderungen der Digitalisierung begegnet sind und teilen ihr Wissen mit Ihnen.

Digitale Ethik und KI

Wie können intelligente Systeme ethisch kontrolliert werden? Die Expert*innen der T-Systems MMS helfen Ihnen dabei, diese Frage für Ihr Unternehmen zu beantworten. Dafür wird zunächst der KI-Reifegrad ermittelt. Unsere Expert*innen bewerten Ihr Produkt hinsichtlich der Qualitätsmerkmale intelligentes Verhalten, Moral, Persönlichkeit und Verkörperung (intelligent behavior, morality, personality, embodiment). Anschließend folgt ein KI Benchmark: die Qualität Ihres Produkts wird mit anderen intelligenten Produkten verglichen. So kann schließlich das KI Prüfsiegel vergeben werden.

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Digital-ethisches Management

Digital Ethics sollte im Unternehmen immer ganzheitlich betrachtet werden. Vorgaben zu Standards im Bereich Corporate Digital Responsibility (CDR) liefert der BVDW, um eine Grundlage für ein einheitliches Verständnis in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zu schaffen. David Knauer Consultant für Governance, Risikomanagmet und Compliance & Project Lead Consulting Digital Ethics bei T-Systems MMS, hat das CDR-Framework als Teil der Arbeitsgruppe mit entwickelt:.

„Um ein einheitliches Verständnis von CDR zu etablieren, hat der BVDW ein CDR-Framework entwickelt – die CDR Building Bloxx. Ihre Anwendung soll zur Vereinheitlichung von CDR-Umsetzungen sowie zur Etablierung anerkannter CDR-Standards zu führen.“

In der folgenden Grafik sind übergreifende Inhalte der Building Bloxx schwarz/ grau und konkrete Handlungsfelder farbig dargestellt:

CDR Builidng Bloxx

CDR Building Bloxx, Grafikquelle: cdr-building-bloxx.com

Die übergreifenden Building Bloxx beinhalten allgemeingültige Definitionen, die für alle spezifischen CDR Building Bloxx gleichermaßen bedeutsam sind. Von besonderer Relevanz sind neben den Definitionen auch typische organisatorische Aspekte. Des Weiteren geht es im übergreifenden Teil des Frameworks darum, über CDR allgemein aufzuklären sowie kontinuierlich neue Entwicklungen aufzuzeigen. Dazu werden ebenfalls Methoden und Tools mit an die Hand gegeben. Ziel dabei ist es, CDR-Aktivitäten leichter und transparenter umsetzen zu können.

Die spezifischen Building Bloxx zeigen Kernthemenbereiche und Handlungsfelder der digitalen Unternehmensverantwortung auf, bei welchen CDR-Aktivitäten vermehrt zu beobachten oder dringend notwendig sind. Beispielsweise ist das Ziel des Handlungsfeld KI, die entsprechenden Systeme so zu gestalten, dass die Handlungsoptionen von Menschen unter Wahrung ihrer Grundrechte, Autonomie und Selbstbestimmung wertebasiert erweitert werden können.

Die T-Systems MMS hat ebenso ein CDR-Framework entwickelt, welches sich „Digital-ethisches Management“ nennt. Dabei handelt es sich um ein modulares Framework, bestehend aus sechs Bausteinen, welche aufeinander aufbauen. Je nach Stand des Unternehmens, kann man jedoch an der passenden Stelle des Frameworks eine Betrachtung der Digital Ethics starten.
An erster Stelle des Frameworks steht ein Initial-Workshop, der in die digitale Ethik einführen soll und generelle Möglichkeiten der Realisierung im Unternehmen aufzeigt. Zudem wird während des Workshops gemeinsam mit den Expert*innen der T-Systems MMS analysiert, wie relevant das Thema für das Unternehmen ist. Anschließend folgen verschiedene Beratungsleistungen, wie ein digital-ethisches Assessment zur Identifikation von Chancen, Risiken und Potentialen innerhalb der gesamten Organisation. Daraus wird der aktuelle Reifegrad der digitalen Ethik abgeleitet. Im Anschluss folgen die individuelle Strategieplanung sowie die Implementierung.

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