Das Jahr neigt sich dem Ende zu – in vielen Unternehmen eine Zeit hektischer Betriebsamkeit und Stress vor dem Jahresabschluss. Aber warum nicht gerade jetzt mal einen Schritt zurücktreten, das große Ganze in den Blick rücken und sich auf die Zukunft vorbereiten?

Das internationale Innovationsnetzwerk TTI/Vanguard, in dem die T-Systems Multimedia Solutions GmbH (MMS) Mitglied ist, tut genau das: Auf der jährlichen Dezemberkonferenz [next] in San Francisco, Kalifornien geht es traditionell um das, was als nächstes und übernächstes kommt – technologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Christoph Kögler, Leiter Innovation war dabei und hat drei der Top-Trends des kommenden Jahres für Sie analysiert.

Künstliche Intelligenz

 Künstliche Intelligenz ist in der Realität angekommen – aber ganz anders, als es uns die Science-Fiction ausgemalt hat. Statt menschenähnlich denkender und handelnder Roboter sind es ganz praktische Anwendungen im Unternehmensalltag: Insbesondere maschinelles Lernen und neue Formen der Automation. Damit wird die künstliche Intelligenz zunehmend zu einer Basisfunktion für viele verschiedene Unternehmensprozesse. Die größten Fortschritte macht dabei aktuell die Fähigkeit von KI-Systemen, Muster zu erkennen und auf Basis fester Regeln selbstständig optimale Lösungen zu finden. Dabei übertreffen sie heute schon weit das Niveau der besten Menschen, beispielsweise in komplexen Spielen wie Schach oder Go. Dies ermöglicht völlig neue Formen der Automatisierung von Datenverarbeitungsprozessen. Ein wichtiger Unterschied zwischen Science Fiction und der realen Praxis besteht darin, dass eine KI typischerweise nicht einen hochausgebildeten Facharbeiter ersetzt, sondern eher einfache und repetitive Tätigkeiten übernimmt – allerdings so, als ob viele Tausend oder Millionen Menschen gleichzeitig daran arbeiten würden. Diese parallele Datenverarbeitung kombiniert mit der Fähigkeit, neue Datenquellen zu nutzen – insbesondere Sprache und Bilderkennung – wird schon bald bisher ungeahnte Anwendungen ermöglichen: Beispielsweise automatische Vorschläge für passende Kleidungsstücke zum aktuellen Outfit des Kunden in einem Modegeschäft oder die automatische Diagnose von Pflanzenkrankheiten anhand von Bildern einer Drohne.


Edge-Computing

Rechen- und speicherintensive Anwendungen wie die Mustererkennung für künstliche Intelligenz können auch heute schon in zentrale Rechenzentren oder beliebig skalierbare Clouds ausgelagert werden. Allerdings nur dann, wenn die Latenz keine große Rolle spielt. Kommt es dagegen auf extrem schnelle Antwortzeiten an  z.B. beim autonomen Fahren – muss die nötige Kapazität heute noch meist im lokalen Gerät vorhanden sein. Das Edge-Computing verspricht, diesen Zielkonflikt künftig aufzulösen: Indem Prozessorkapazität und Speicher flexibel zu den Rändern des Netzwerkes hin verlagert werden, lassen sich die Vorteile des Cloud-Computings mit denen der lokalen Datenverarbeitung kombinieren. Gerade für das Internet der Dinge und bei Industrie-4.0-Anwendungen wird Edge-Computing die vorherrschende Architektur werden: Intelligente Sensoren und Aktoren übernehmen einen Teil der Datenvorverarbeitung selbst und erlauben Echtzeitanwendungen in der Cloud. Der neue Mobilfunkstandard 5G unterstützt die Datenübertragung mit niedrigster Latenz und wird damit das Edge Computing auch in der breiten Fläche und für mobile Anwendungen ermöglichen. Mit dem Smart Systems Hub in Dresden entsteht unter Beteiligung der T-Systems Multimedia Solutions genau dafür gerade eine neue nationale Anlaufstelle.

Blockchain

Der Hype um die neuartige Datenbanktechnologie Blockchain hat sich in diesem Jahr gelegt. Viele Analysten sehen Blockchain aktuell auf dem absteigenden Ast der Hype-Kurve – was aber auch bedeutet, dass gerade jetzt die wirklich wertstiftenden Anwendungen sichtbar werden und die Technologie beginnt, sich langsam in der realen Unternehmenswelt durch-zusetzen. Der Schlüssel für den Erfolg ist wie immer im Innovationsmanagement die Konzentration auf einen wichtigen Marktbedarf: Also weg von der Frage: „Wofür kann Blockchain alles eingesetzt werden?“, hin zu: „Für welches wichtige Kundenproblem bietet die Technologie eine deutlich bessere Lösung als bisher am Markt verfügbare Alternativen?“. Die Blockchain-Experten der T-Systems MMS haben schon von Anfang an den Hype um virtuelle Währungen wie Bitcoin weitestgehend ignoriert und sich auf Anwendungen in der Logistik, der Industrieproduktion und der Sicherheit und Zertifizierung von Transaktionen konzentriert. Und genau dort wird die Blockchain in den kommenden Jahren voraussichtlich ihren Durchbruch erleben: Überall dort, wo es auf höchste Sicherheit in verteilten Datenbanken, aber ohne eine zentrale Vertrauensinstanz geht.


Spannende Zeiten also! Ein Jahr voller Innovationen, neuen Technologien und Geschäftsmodellen und auch überraschender Trendwenden liegt hinter uns. Und nichts ist so beständig wie der schnelle Wandel, denn auch im kommenden Jahr und danach wird es wieder viele spannende und geschäftsrelevante Neuigkeiten geben. Auf eines können Sie sich jedoch immer verlassen: Welche neuen Wege im digitalen Zeitalter auch immer Sie beschreiten – die T-Systems MMS bleibt Ihr verlässlicher Partner, um aus Innovationen nachhaltigen Wert zu schaffen. Ob in Industrie 4.0, Customer Journey, auf dem Arbeitsplatz der Zukunft oder bei der digitalen Zuverlässigkeit – wir sind Wegweisend. Digital.

Christoph Kögler
Leiter Innovation
T-Systems Multimedia Solutions GmbH