Es wird geschmiedet, in vier Kleeblättern gefunden und als Grundrecht in der Verfassung von Bhutan und der Unabhängigkeitserklärung der USA zugesichert – das Glück. Anlässlich des Glückstages am 20. März haben wir uns gefragt, was zum Glücklichsein eigentlich wirklich dazu gehört und was es braucht, dass Mitarbeiter*innen im Unternehmen glücklich sind. Susan Mothes, People and Resources (T-Systems MMS) und Anja Schunk, Senior HR Specialist Talent Attraction & Recruiting (T-Systems MMS) setzen sich mit dem Thema Corporate Happiness® bei uns im Unternehmen auseinander und haben den einen oder anderen Tipp auf Lager, wie das kleine Glück alltagstauglich werden kann.

Anja, Susan, seid ihr glücklich?

Anja: Ja, die Sonne scheint und die Kinder sind wieder mit ihren Freunden in der Kita oder in der Schule. Es macht sich ein klein wenig Euphorie auf ein „Back-to-Normal“ bei mir breit. Hoffentlich bleibt das so.

Susan: Ja, unterm Strich auf jeden Fall. Glücklichsein bedeutet für mich nicht, jeden Tag mit einem Dauergrinsen durch den Tag zu wandeln und alles ist immer super. Es gibt auch Zeiten, in denen ich mich nicht gut fühle, Umstände blöd finde oder traurig bin. Das gehört nun mal zum Leben und Menschsein dazu. Ich glaube, es ist hilfreich, sich ab und an ehrlich die Frage zu beantworten „Was macht mich wirklich glücklich?“. Die Betonung liegt hier auf „wirklich“. Bei uns zu Hause gibt es ein Gute-Nacht-Ritual mit den Kindern: „Was war heute das Schönste am Tag?“ Das hilft auch mir, kurz zu reflektieren und die kleinen Dinge des Alltags wertzuschätzen und dankbar zu sein. 

Anja, wie definierst du für dich „Glück“?

Anja: Glück ist so ein großer schwerer Begriff, der so vielschichtig sein kann. Für mich ist Glück das Gefühl, dass gerade in der aktuellen Situation alles so richtig ist, wie es ist. Zusammensein mit der Familie, ein leckeres Essen, was allen schmeckt oder auch einen Ausflug in der Sonne – ohne dass beispielsweise jemand ins Wasser fällt.

Mit Biohacking zum eigenen Glück – Stimmt das: kann ich meinen Körper austricksen und aktiv zum glücklich sein bewegen? Wie?

Susan: Was man heute Biohacking nennt, verstand man gestern unter dem Begriff „Gesunde Lebensweise„. Das klingt etwas altmodisch, meint aber im Großen und Ganzen das Gleiche: gesunde Ernährung, Bewegung und Sport, erholsamer Schlaf, einen guten Umgang mit Stress usw. Das sind alles Faktoren, die unsere körperliche und mentale Gesundheit und damit unser Wohlbefinden fördern. Jeden Punkt für sich kann man bis zur Spitze treiben. Die Kunst besteht jedoch oft schon darin, sich zu informieren, Dinge auszuprobieren, für sich einen alltagstauglichen Weg zu finden und vor allem am Ball zu bleiben. Dabei soll beispielsweise unsere unternehmensinterne Gesundheitsplattform „machtfit“ unterstützen.

Was sind eure Erfahrungen: Was macht Mitarbeiter*innen im Unternehmen wirklich glücklich?

Anja: Aus meiner Erfahrung sind es die gemeinsamen Erlebnisse mit anderen Kolleginnen und Kollegen. Wie gern erinnert man sich an Ausflüge, Feiern oder Offsites in denen man gemeinsam früh bei einem sehr starken Kaffee saß und über den letzten Abend gelacht hat? Oder aber auch die Erfolge, die man als Team geschafft hat und für die man Anerkennung bekommen hat? Das Fehlen dieser realen gemeinsamen Erlebnisse macht die Mobile Working Situation gerade auch so schwierig.

Welche Rolle spielt da der Erfolg, die Karriere oder die Bezahlung?

Anja: Natürlich eine wichtige Rolle. Allerdings belegt eine Studie des Psychologen Andrew T. Jebb von der Purdue University, dass sich das Glücksempfinden ab einer bestimmten Einkommensgrenze durch Geld nicht mehr signifikant ändert. Soll heißen, ab einer bestimmten Einkommensgrenze ändert sich das Lebenskonzept nicht mehr grundlegend. Gegebenenfalls sind verschiedene Raten schneller abbezahlt, aber an sich bleibt Vieles gleich. Insgesamt würde ich aber natürlich immer die gesamte Lebenssituation betrachten. Viel Geld bringt auch langfristig wahrscheinlich nicht das erhoffte Glück, wenn in anderen Bereichen wie die eigene Gesundheit, die Familie, dem Hobby oder Ähnliches verschiedene „Baustellen offen sind“.

Wie kann das berufliche Glück dann aussehen?

Anja: Vielleicht noch wichtiger für das Glücklichsein im Job ist die Anerkennung für die eigenen Leistungen. Oder auch das Gefühl, dass die eigene Arbeit einen Sinn hat. Ich erinnere mich beispielsweise, wie unsere ehemalige Geschäftsführerin Susanne Heger nach dem ersten MMS-Kindertag mit einer Packung Schokoladenriegel früh zu mir ins Büro kam. Das fand ich großartig und ich habe mich sehr gefreut. Ich habe auch alle Dankeskarten in meinem Schreibtisch, die ich mal bekommen habe. Die nochmal durchzulesen, gibt mir auch jedes Mal ein gutes Gefühl. Aber nur Dankeskarten machen auch nicht glücklich – die Mischung macht es, wie so oft im Leben.

Susan, du hast dich im Bereich Corporate Happiness® weitergebildet – kannst du kurz umreißen worum es in Corporate Happiness® geht und was das Ziel ist?

Susan: Corporate Happiness® basiert auf der Wissenschaft der positiven Psychologie. Im Vordergrund steht die Frage: Wie kann ich all die Faktoren, die auf das persönliche Glück oder Wohlbefinden einzahlen im Unternehmenskontext denken? Kernthemen sind dabei: Haltung, Stärkenorientierung, Bedeutsamkeit, Emotionen, Energiemanagement und Partnerschaften.

Was begeistert dich an dem Thema „Corporate Happiness®“?

Susan: Dieser Ansatz zeigt ein ehrliches Interesse an den Menschen und ihren Bedürfnissen nach Sinnhaftigkeit, persönlicher Entfaltung und Eigenverantwortlichkeit und rückt sie – als wertvollen Schatz eines Unternehmens – in den Fokus. Ein wichtiges Grundprinzip: Fang bei dir selbst an, erst dann wird es authentisch und damit glaubhaft und überzeugend für andere. 

Hast du Tipps für Menschen im Homeoffice, die vielleicht noch parallel Kinderbetreuung und Homeschooling stemmen müssen? Wie lässt sich der Situation mit einem positiven Mindset begegnen?

Anja: Auch ich habe diese Situation jetzt einige Monate mit einem Krippenkind und einer Erstklässlerin erlebt – und ganz ehrlich: Es gab natürlich auch einige Momente, in denen mein Glücksradar nicht auf grün stand. Geholfen hat mir die Erkenntnis, dass die Situation nicht zu ändern ist und ich mich nicht mehr darüber ärgere, sondern das Beste draus mache. Ebenso hat es mir geholfen, Hilfe wirklich anzunehmen oder auch mal zu erfragen. Unsere Eltern haben uns wirklich viel unterstützt und zum Beispiel einmal in der Woche Mittagessen für uns vorbeigebracht, so dass wir an zwei Tagen nicht kochen mussten. Das sind Kleinigkeiten, die uns aber sehr geholfen haben. Und ich glaube unsere Eltern haben sich auch einfach gefreut, dass sie helfen konnten.

Wie kann ich denn als Führungskraft meine Mitarbeitenden darin unterstützen, sich in meinem Unternehmen wohl zu fühlen und glücklich zu sein?

Anja: Ich glaube, in dem ich öfter einfach nachfrage, wie es geht und ob Unterstützung benötigt wird. Das klingt banal, aber im Projektstress und im getakteten Kalender bleibt diese Frage oft einfach auf der Strecke. Zu fragen, wie es geht, wie der Kollege oder die Kollegin zurechtkommt (vielleicht gerade im Homeoffice mit zwei Kindern oder auch komplett allein mit anderen Herausforderungen), vermittelt immer ein Interesse am Menschen und erst an zweiter Stelle am Projekt. Das waren auch unsere Erfahrungen in den vielen Teamworkshops, die wir zu diesem Thema gemacht haben. Die Kolleg*innen waren immer sehr glücklich, dass sie sich als Team die Zeit nur für sich nehmen konnten, um sich mit sich als Team bspw. mit ihren Stärken zu beschäftigen – unabhängig von Strategie und Kennzahlen.

Zum Abschluss: Was gönnt ihr euch heute noch für euer persönliches Glück?

Anja: Ich glaube ein Stück Kuchen nach dem Mittag von meinem Lieblingsbäcker.

Susan: Ich komme mit.

Vielen Dank für eure Antworten

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