Rund 40 hochprofilierte Speaker und mehr als 30 Stunden Programm in einer der eindrucksvollsten Locations Deutschlands, der Hamburger Elbphilharmonie. Wenn die New Work Experience 2019 (NWX2019) eines unmissverständlich deutlich machen konnte noch bevor das erste Wort gesprochen war: Die Thematik New Work ist in der Mitte des Arbeitslebens angekommen!

Mit der NWX 2019 organisierte die Netzwerkplattform XING am 7. März 2019 bereits zum dritten Mal das größte Event für „Neues Arbeiten“ im deutschsprachigen Raum. Unter dem Motto „Make it Work“ thematisierte die Veranstaltung einen Tag lang die Chancen und Herausforderungen, die mit dem Wandel der Arbeitswelt einhergehen. Ob Fragen nach dem zukünftigen Verständnis von Arbeit und dessen Umsetzung im Unternehmen, Verhandlungen über die Vorzüge neuer Arbeitskonzepte und Führungsmethoden oder die Präsentation erfolgreicher Transformationsprojekte von New Work-Praktikern – keine Thematik, die in den zahlreichen Keynotes, Workshops, Diskussionen und Masterclasses nicht aktiv reflektiert und diskutiert wurde. Auch unter den Vortragenden: Experten der T-Systems Multimedia Solutions (MMS) und Detecon Consulting.


Freude, schöner Götterfunken

Wie ernst es den Organisatoren mit dem Durchbrechen althergebrachter Denkmuster war, zeigte sich bereits vor Anfang des ersten Programmpunktes. Kein Redner gestaltete den Auftakt der Veranstaltung, sondern der Monteverdi Chor Hamburg – zusammen mit den rund 2000 Teilnehmern im großen Saal der Elbphilharmonie. Aus einem Meer von Kehlen erklangen alle drei Strophen von Beethovens Ode an die Freude. Nach dieser charmant erzwungenen Mitmach-Aktion wurde mit der Verkündigung des „Tages-Du“ und der Aufforderung an alle Krawattenträger, das Emblem der alten Arbeitswelt doch bitte abzulegen, der Ton für den Rest des Tages gesetzt. New Work als gelebte Praxis auf Augenhöhe!


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Kraft aus der Zelle

Während sich im großen Saal profilierte Redner wie u.a. New Work-Pioniere Ricardo Semler und Frédéric Laloux, Digitalrevoluzzer Sascha Lobo, Hirnforscher Gerald Hüther oder Außenminister a.D. Joschka Fischer die Klinke in die Hand gaben, galt das Programm im kleinen Saal wie den Konferenzräumen des angrenzenden Westin Hotels vor allem der Präsentation von Use Cases aus der betrieblichen New Work-Praxis, Workshops und Best Practice Sessions. Darunter auch der Beitrag „Aus der Zelle kommt die Kraft – neue Arbeitswelt zum Mitmachen am Beispiel Lean Workplace“ der T-Systems Multimedia Solutions und Detecon Consulting. Gemeinsam vorgetragen von Marc Wagner (Detecon) und Ulf-Jost Kossol (T-Systems MMS), thematisierte der Vortrag am Beispiel des sogenannten Company Rebuilding, wie betriebliche Transformationsvorhaben mit Hilfe flexibler Zellstrukturen zukunftsfähige Organisationen entstehen lassen.

Im Kern zielt Company Rebuilding auf die Wandlungsfähigkeit von Unternehmen im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung ab. Denn neue Geschäftsmodelle und Services anbieten kann letztendlich nur, wer über interne Strukturen verfügt, die mit der Geschwindigkeit des digitalen Zeitalters mithalten können. Company Rebuilding ermöglicht eine solche Transformation auf eine neue Art und Weise, indem es Räume für Innovation außerhalb der bestehenden Strukturen schafft, sogenannte Zellen. Zellen sind klein, flexibel und werden von einer überschaubaren Anzahl Mitarbeiter bevölkert. Untereinander bilden sie die Grundlage für ein neues betriebliches Ökosystem. Ziel der Arbeit in der Zelle: das Schaffen von Mehrwerten nach eindeutigen Werten und Regeln der Zusammenarbeit – für Kunden oder Mitarbeiter. Mitverantwortlich für den Erfolg von Company Rebuilding ist die richtige, begleitende Technologie. Diese muss „lean“, ohne großen Aufwand implementierbar und überall verfügbar sein. Selbiges gilt auch für die daraus generierten Inhalte. Am Beispiel Lean Workplace wurde diese Notwendigkeit im Detail erörtert. Praxisnah verdeutlichte es, wie Zellen und Netzwerke mittels der richtigen Technologie den Weg bereiten für den digitalen Arbeitsplatz der Zukunft. Lean Workplace diente damit als eine hilfreiche Einführungsmethotik, um den für New Work wichtigen technologischen Part darstellen zu können.



Im Hier und Jetzt

Einen absoluten Kontrast zu so ziemlich allen anderen Programmpunkten der NWX2019 bot der Beitrag des Detecon-Kollegen Mike Kaiser. Als Abschluss des Vormittagsprogramms bot er eine Mindfulness-Session an, die eine oft unterschätzte und generell unterbelichtete Problematik des modernen Arbeitslebens aktiv thematisierte. Der Mensch, so Kaiser, sehe sich heutzutage mehr denn je mit einer Flut von Informationen konfrontiert, die einem jegliche Perspektive raubt. Besonders im Arbeitsalltag könne dies nicht selten zu Frustrationen führen. Mindfulness biete einen Ausweg aus diesem Dilemma. Im urteilsfreien Beobachten der Welt und dem Versuch, wirklich im Moment zu sein, helfe Mindfulness dabei, alte Gewohnheiten zu hinterfragen und sich neuer Wahlmöglichkeiten bewusst zu werden. Zum Beweis seiner These leitete er die Teilnehmer im überfüllten Konferenzsaal zur Pausenaktivierung in der Meditation an.


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Der Mensch im Zentrum

Während der Beitrag Kaisers bewusst das Ende des Spektrums von New Work beleuchtete, das dem Technologischen eine klare Absage erteilt, war dieselbe Tendenz symptomatisch für fast alle Programmpunkte der NWX2019. Der technologische Aspekt, der New Work mit ermöglicht, wurde zumeist nur am Rande erwähnt. Inhaltlich legte das Event einen deutlichen Fokus auf die Themen Führung, Arbeitsorganisation und Kulturwandel sowie die ideologischen Prämissen des neuen Arbeitens. Ein weiterer Wehrmutstropfen: Die Debatte rund um das Thema New Work wurde einseitig durch die Darstellung erfolgreicher Transformationsprojekte sowie die Diskussionen vielversprechender Ansätze und etablierter Best Practices bestimmt. Schwierige oder gescheiterte Initiativen blieben nahezu unerwähnt. Den Gesamteindruck mochte dies aber nicht trüben.

Rückblickend auf die NWX2019 resümiert Ulrike Volejnik, Leiterin der Geschäftsfeldes New Work bei der T-Systems MMS ihre Eindrücke wie folgt: „Im Mittelpunkt standen für mich moderne Führungskonzepte für eine Arbeitswelt, die durch Digitalisierung verändert wird. Wie fördern wir Eigenverantwortung, Sinn, Kreativität um schnell auf Veränderungen im Business reagieren zu können? Was heißt das für die Führung – Stichwort Supportive Leadership? Die NWX2019 machte auf vielseitige Weise deutlich, wie sehr Unternehmen mittlerweile New Work als Voraussetzung für modernes Arbeiten – digital und physisch – akzeptieren und praktizieren.“

Bevor am Abend die Aftershow-Party im legendären Hamburger Mojo-Club losbrach, wurde der fachliche Teil der NWX2019 am späten Nachmittag auf genauso überraschende Weise beschlossen wie er morgens eröffnet wurde. Statt einer Schlussansprache fasste Slam-Poetin Dominique Macri den Tag zusammen – in 900 Worten.

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