Hackathon – bei diesem Wortgemisch blitzen in unseren Köpfen direkt Fragezeichen auf. What the hack ist ein Hackathon? Soll das etwas mit dem allseits bekannten „Marathon“ zu tun haben? Oder doch auch mit Hacking? Aber was hat Hacking mit einem kilometerlangen Lauf zu tun? Handelt es sich hierbei um einen digitalen Spießrutenlauf, bei dem das Ziel die Überwältigung von Computer Firewalls ist?


Fast! Es handelt sich bei „Hackathons“ um ein modernes Arbeitsformat, welches dem Trend des sogenannten „agilen Arbeitens“ entsprungen ist. Das Wort „Hackathon“ wird aus dem Wort „Hack“ und dem Wort „Marathon“ hergeleitet. Ein „Hack“ steht für die Maßnahme, mit der eine Problemlösung in der Softwaretechnik und Computersicherheit erreicht wird. Ein Marathon bedarf wohl kaum einer Erklärung. Relevant ist er in diesem Zusammenhang auch nur wegen seiner außergewöhnlichen Länge. Denn Hackathons sind kollaborative Veranstaltungen für Soft- und Hardwareentwicklung, die sich über einen längeren, festumsteckten Zeitrahmen hinziehen – im Regelfall 24 oder 48 Stunden. Ziel ist es, innerhalb der vorgesehenen Zeit, im Team Lösungen für Softwareprobleme zu finden und nützliche Softwareprodukte herzustellen. Darüber hinaus stärken Hackathons den Gruppenzusammenhalt, fördern die Produktivität und zeigen wie ein gemeinsames Ziel als Motivation und Ansporn wirkt. Ein perfektes Beispiel dafür, wie agiles Arbeiten im Unternehmen genutzt werden kann.


Agiles Arbeiten

Agiles Arbeiten ist für Unternehmen längst kein Trend mehr, sondern Voraussetzung für ihre Konkurrenzfähigkeit am Markt. Besonders in der Technologiebranche gehören Fortschritt und Veränderungen zum Tagesgeschäft. Die Entwicklung von neuen Techniken und Methoden, ob im privaten oder geschäftlichen Umfeld, schreitet unaufhaltsam voran. Um nicht zu stagnieren, muss jedes Unternehmen proaktiv handeln. Daran knüpft agiles Arbeiten an. Die agile Arbeitsweise ist leichtfüßig, flexibel und dynamisch und basiert auf eigenverantwortlichem Handeln. Bürokratie herrscht nur im notwendigen Maß, die behäbige, träge und unbewegliche Arbeitsform wird abgelegt. In agilen Unternehmen verteilt sich die Verantwortung gleichmäßig von der Management-Ebene bis auf die Arbeitsteams. Wichtige Voraussetzung für das Funktionieren einer solchen Organisationsform sind klare Ziele und Leitlinien, an denen sich die Mitarbeiter orientieren können. Der Sinn dahinter:  die Mitarbeiter arbeiten selbstbestimmt. Das Management übernimmt eine anleitende, unterstützende und ermutigende Rolle für die Mitarbeiter des Unternehmens. Ein Format des agilen Arbeitens in der IT-Branche ist der „Hackathon“.


Hackathons in der T-Systems

Als Digitaldienstleister veranstaltet die T-Systems Multimedia Solutions (MMS) regelmäßig interne Hackathons. Am 27. – 28. März 2019 fand der letzte MMS-Hackathon in Dresden statt. Von 17:00 Uhr bis 17:00 Uhr trafen sich Projektleiter, Designer, Querdenker und Ideengeber aus technisch sowie nicht-technisch basierten Bereichen, um gemeinsam Lösungen zu verschiedenen Themen und Problemstellungen zu finden. Bei solchen Hackathons arbeiten Kollegen zusammen, die im Alltagsgeschäft keine Berührungspunkte haben. In einer angenehmen Atmosphäre können sie sich austauschen und vom Wissen und Input Anderer profitieren. In großen Unternehmen ist diese Form des „Networking“ besonders wichtig. Mirko Swillus, MMS-Mitarbeiter aus der Business Area New Work und Organisator der Hackathons, berichtet: „Unser primäres Ziel ist nicht ein Produkt für den Kunden fertigzustellen. Das ist unser alltägliches Geschäft. Uns geht es vielmehr um Erkenntnisgewinn, Erfahrung und die Motivation der Mitarbeiter. Durch den Anreiz, an selbstgewählten Themen arbeiten zu können und neue Technologien und Arbeitsweisen auszuprobieren, ergibt sich ein Nutzen für das Unternehmen, der nicht direkt messbar ist, sich aber in der Arbeitsqualität der Mitarbeiter wiederspiegelt. Der Effekt ist ein erweiterter Horizont und die intrinsische Motivation der Mitarbeiter für das Projektgeschäft.“

Des Weiteren betont Mirko Swillus die Attraktivität des Formats für die Mitarbeiterbindung und -gewinnung. Hackathons finden bei Mitarbeitern einen sehr guten Anklang, da die neuen Methoden und der gegebene Freiraum die Mitarbeiterfluktuation verringern und das Arbeitsklima im Unternehmen verbessern.


Hackathon beim TMTM

Das „Telekom Management Team Meeting“ (TMTM) ist ein jährlich stattfindendes, internationales Treffen von Magenta-Top-Manager aus der ganzen Welt. Im Rahmen des zweitägigen Meetings organisierte das Team der T-Systems dieses Jahr einen Hackathon. Das Motto der Veranstaltung: „Agility“. Hacker aus 36 Ländern arbeiteten in internationalen Teams 24 Stunden lang in unkonventioneller und prozessunabhängiger Arbeitsweise an Herausforderungen zu den Themen Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge, Sicherheit, Sprachsteuerung und dem You and Me, dem Social Intranet der Telekom. So konnten die Hacker nicht nur ihr Können zeigen, sondern der Führungsriege auch ein wichtiges agiles Arbeitsformat in der IT demonstrieren.


Experten in der Jury

Die T-Systems ist aber nicht nur Veranstalter interner Hackathons, unsere Experten werden auch zu Hackathons externer Organisationen als Jury Mitglieder eingeladen. Im November 2018 beispielsweise war MMS-Blockchain-Experte Alexander Ebeling als Jury-Mitglied an der Universität Bayreuth für einen Hackathon, bei dem Studententeams gemeinsam an Blockchain-Technologie tüftelten. Eine moderne Lernplattform mit jeder Menge Spaß, Teamgeist und neuen Erfahrungen für die Hochschüler.


Nutzen für Unternehmen

Agiles Arbeiten als Teil von New Work-Initiativen erlauben es Mitarbeitern, sich selbst zu strukturieren, zu motivieren und in ein Projekt einzubringen. Moderne Formate wie Hackathons ermöglichen es Mitarbeitern, die eigene Komfortzone zu verlassen und den Blick über den Tellerrand der täglichen Prozesse zu erheben. Neben der Chance, sich ohne Ablenkung in neue Technologien zu vertiefen, fördert der begrenzte zeitliche Horizont und die Betonung des Aspekts Teamarbeit Geschwindigkeit, Kreativität und Selbstständigkeit.


Am Ende gewinnen nicht nur die Hacker, sondern auch die Unternehmen. Eine Win-Win-Situation für alle!

 

Welche Angriffsszenarien bedrohen Produktionsanlagen und Automatisierungssysteme im Zeitalter von IIoT und wie können Sie diesen wirkungsvoll begegnen? Erfahren Sie mehr dazu in folgender Webinaraufzeichnung.
> Security@Industrial IoT: Automatisch sicher?