Beeinträchtigung heißt nicht gleich Benachteiligung – so sollte es zumindest sein. Diese Anforderung gilt jedoch nicht nur in der analogen Welt, auch die Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit von digitalen Anwendungen steht auf der Agenda der EU. Anne-Marie Nebe, Accessibility & Usability Expert bei T-Systems Multimedia Solutions (MMS), gibt Tipps zur neuen EU-Richtlinie 2016/2102.

„Digitale Zugänglichkeit umfasst Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit für alle Nutzer.“ So fasst Anne-Marie Nebe das Anliegen der digitalen Zugänglichkeit zusammen. Die Notwendigkeit, Prozesse zu digitalisieren bedeutet für sie auch immer, die Bürger mitzunehmen und eventuelle Ängste und Probleme zu berücksichtigen.

Die Benutzerfreundlichkeit vieler Anwendungen ist häufig noch nicht so, wie die Experten der MMS es sich wünschen. Die Vernachlässigung dieses wichtigen Themas seitens vieler Unternehmen, führt zu einer Unzufriedenheit vieler Nutzer.

Vor allem diejenigen, die eine Seh- oder Hörbeeinträchtigung bzw. Einschränkungen in kognitiven oder motorischen Fähigkeiten aufweisen, haben es auf nicht-barrierefreien Webseiten oft schwer. All diese unterschiedlichen Nutzergruppen benötigen verschiedene Hilfsmittel, sodass es wichtig ist, die Bedürfnisse genau zu differenzieren. Den Faktor Mensch in den Mittelpunkt rücken, das ist laut Anne-Marie Nebe der wichtigste Schritt. „Welche Menschen benötigen barrierefreie digitale Angebote und welche Anforderungen haben sie?“, muss ihrer Ansicht nach immer die erste Frage lauten.

Darauf aufbauend lassen sich dann Konzepte entwickeln und Ursachenanalysen betreiben. T-Systems Multimedia Solutions berät Unternehmen bei der Umsetzung barrierefreier digitaler Angebote. Die Kunden erhalten neben Hilfe bei Beratung und Umsetzung auch einen Nutzerstatus, das heißt sie wissen, für welche Nutzergruppen sie gut aufgestellt sind und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Darüber hinaus können sie ihre digitalen Angebote dank moderner Technik aus der Nutzerperspektive erleben, also den Blick eines Menschen mit Sehbeeinträchtigung aufsetzen.

Die Produktvision der MMS ist simpel: Ein digital zugängliches Produkt ist die einfachste funktionierende Lösung, die ein positives Nutzererlebnis für jeden Nutzer erreicht. Das ist zu schaffen, indem die Aspekte „Nutzerfreundlichkeit“ und „Zugänglichkeit“ an den Anfang des Entwicklungsprozesses gestellt werden. So kann laut Anne-Marie Nebe nicht nur gewährleistet werden, dass diese Zielsetzung am Ende auch erreicht wird, sondern dass das Risiko hoher Aufwände zur Herstellung der Barrierefreiheit erheblich sinkt. Werden diese beiden Kernpunkte erst an das Ende des Software-Entwicklungsprozesses gestellt, werden erhebliche Mehraufwände nötig.

Vor allem im Hinblick auf die EU-Richtlinie 2016/2102 und die neue Barrierefreie Informationstechnik Verordnung (BITV) stehen Herausforderungen in Bezug auf digitale Barrierefreiheit an. Die wichtigsten Fragen rund um die Umsetzung der neuen Regelungen beantwortet Anne-Marie Nebe im Webinar „So geht digitale Barrierefreiheit gemäß EU-2016/2102“.

Neue digitale Angebote müssen ab September diesen Jahres barrierefrei sein, während bereits bestehende Angebote bis September 2020 barrierefrei gemacht werden müssen. Mobile Anwendungen haben bis Juni 2021 Zeit, die EU-Richtlinie umzusetzen. Die neue BITV schreibt vor, dass alle digitalen Anwendungen öffentlicher Stellen zu digitaler Zugänglichkeit und Barrierefreiheit verpflichtet sind. Das betrifft nicht nur die Kundenseiten, sondern auch Intranets, elektronische Verwaltungsabläufe, Vorgangsverarbeitung, Aktenführung und grafische Programmoberflächen. Dabei gelten die Standards, dass digitale Inhalte für alle Nutzer auffindbar, wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein müssen. Darüber hinaus sollen die Anwendungen der harmonisierten EU-Norm 301 549 entsprechen und auch die Vorgaben für Leichte Sprache und Gebärdensprache berücksichtigen.

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