Vor 20 Jahren titelte das Handelsblatt, „Multimedia hält wie Klebstoff alles zusammen“. Wie passend war der Name „Multimedia Software GmbH Dresden“ gewählt.

Multimedia

1995 konnte man die Begeisterung von Multimedia spüren. Die Informationstechnologie eroberte zunehmend den Consumer-Markt. So wurden Computer immer mehr zu Personalcomputern und preislich erschwinglich. Ein 486-Rechner (Prozessor Intel 80486) gab es schon unter 1.500 Mark (s. Chip 02/1995).

Aber auch leistungsfähiger wurden die Prozessoren. So war der P54C-Pentium als Nachfolger des Pentium 5 der erste Intelprozessor, der multiprocessing-fähig war. Zudem brachte Microsoft das erste 32Bit-Betriebssystem Windows 95 heraus. Apple als Vorreiter im Bereich Multimedia-PCs verbuchten entsprechenden Zulauf mit den sogenannten PowerMacintosh-Computern, die mit den multiprocessing PowerPCs-Prozessoren ausgestattet waren. Apple ging dabei konsequent den Weg, Multimedia in alle Anwendungsprogramme zu integrieren. Multimediale Elemente in Textverarbeitung zu integrieren und eigene Videos mit Quicktime zu schneiden, waren so für jedermann möglich, z.B. mit dem PowerMac 7100. Dieser kam im Januar 1995 für $2.900 auf dem Markt.

Interactive TV

Während Multimedia für Computer erst an Bedeutung gewann, präsentierte ein TV-Gerät schon immer multimediale Inhalte. Was lag näher, beide Welten zu verschmelzen. Während heute Smart-TVs die klassischen TV-Geräte ablösen, gab es 1995 schon die erste interaktive TV-Setup-Box. Diese wurde gemeinsam von British Telecom mit Apple entwickelt.
Die sogenannte BT Voyager 2000 wurde in 2.500 Haushalten und 8 Schulen in Großbritannien getestet. Über dieses System waren schon damals Video on Demand, das Abrufen von Lernprogrammen, Home-Shopping und Online-Banking möglich.

Wie wir heute wissen, war diese Setup-Box der Zeit voraus und konnte sich als Technologie damals nicht durchsetzen.

Daten-Highway

Die Übertragung von multimedialen Inhalten, z. B. bei Interactive TV, erforderte eine bessere Netzinfrastruktur. So wurde die digitale Vernetzung, der Daten-Highway, vorangetrieben. Teilweise wurde schon von dem Information Superhighway gesprochen, wobei man 1995 glücklich über ein 56k-Modem oder einen ISDN-Anschluss war. Am Tag der Gründung der T-Systems Multimedia Solutions verkündigten in diesem Zusammenhang die deutschen Bibliotheken den geplanten Zusammenschluss zum elektronischen Informationsverbund Bibliothek 2000. Es war aber auch das Jahr, in dem AOL Deutschland als Joint Venture von Bertelsmann und AOL Europe gegründet wurde.

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Das Thema Netzinfrastruktur und Daten-Highway war ein treibendes und grundlegendes Thema. Die Infrastruktur war die notwendige Basis für multimediale Inhalte und Anwendungen. Dieses ist auch noch heute so. Auch im Business-Bereich wurden 1995 die ersten vernetzten Anwendungen konzipiert und umgesetzt. So war die computergestützte Konstruktion, Entwicklung und Simulation in 3D ein Thema, welches die Vernetzung zwischen Unternehmen vorantrieb. Hewlett-Packard betrieb u. a. ein eigenes Forschungsprojekt „Collaborative CAD“, welches ein gemeinsames interaktives Arbeiten von verschiedenen Orten am gleichen Konstruktionsmodell ermöglichte. Der Ausbau der Infrastruktur für die digitale Kommunikation war auch der Startschuss für den Online-Handel.

E-Commerce

So verkaufte Amazon im Juli 1995 das erste Buch online und startete die Plattform amazon.com im Oktober. In Deutschland starteten auch in diesem Jahr die Versandhandelsunternehmen Otto, Quelle und Neckermann mit den ersten Seiten im Internet, um online verkaufen zu können.

Vorboten der digitalen Transformation

Multimedia und die digitale Vernetzung waren schon 1995 die Treiber für Anwendungen im Consumer-Markt vom interaktiven Fernsehen bis hin zum Online-Handel. 1995 war der Beginn der Digitalen Transformation von Organisation und Prozessen in Unternehmen. Glenn Cuthbertson, damaliger Vice-President und Research Director IT-Management der Gartner Group, sah schon hierbei die zukünftige Herausforderung für Unternehmen: „Eine ganze Reihe von Unternehmen denkt darüber nach, wie sie ihre Kernkompetenzen auf neue Art und Weise ausnutzen können“. Die digitale Vernetzung und die damit einhergehenden Potenziale sind auch heute die treibenden und entscheidenden Kräfte bei Geschäftsfelderweiterungen und strategischen Ausrichtungen von Unternehmen. Digitaler Wandel erfordert sowohl technisches und wirtschaftliches Know How, seit 1995 und auch zukünftig.