Zwischen Digital Twin Solutions und Assisted Reality: New Work in der Produktion

Im ersten Teil unserer New-Work-Reihe ging unsere virtuelle Reise ins „Office mit Emma Froh“ und damit in den Arbeitsalltag einer Büro-Mitarbeiterin. Man kennt es: im Office schwärmen Beschäftigte von mobilem Arbeiten, Agilität und flachen Hierarchien, doch wie sieht es in der Produktion aus? Spielt das Thema New Work auch in den Werkshallen eine Rolle? Kommen Sie mit auf unsere virtuelle Reise, in der wir Ihnen zeigen, dass New Work auch in der Produktion der Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. In unserem zweiten Teil nehmen wir Sie zum digitalen Produktionsarbeitsplatz von Dirk Glück mit.

Weitere Impulse erhalten Sie im dritten Teil unserer Reihe:

> Teil 3: In der Geschäftsführung mit Maria Frei

Mit New-Work-Ansätzen die Arbeitswelt in den Fabriken gestalten

New Work wird in der Regel mit Tätigkeiten im Büro in Verbindung gebracht, doch auch in der Produktion haben alternative Arbeitsmodelle längst Einzug gehalten und werden in Zukunft die Arbeitswelt der Fabriken gestalten. New-Work-Modelle in der Produktion verändern Fertigungsprozesse grundlegend. So kann für die Wartung und Reparatur eine Datenbrille genutzt werden, die mittels Augmented Reality nützliche Informationen zur Verfügung stellt. Anweisungen für die Reparatur einer Produktionsmaschine können direkt per Video-Call eingesehen und bearbeitet werden.

Die alternativen Arbeitsmodelle ermöglichen auch Beschäftigten in der Produktion mehr Freiheit, Selbstständigkeit und Sinn. Im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten erhalten Produktionsmitarbeiter mehr Verantwortung und können sich individuell in ihrem Unternehmen einbringen. Für Sie bietet sich als technische Unterstützung auch die Nutzung einer Mitarbeiter-App an, da sie keine festen Arbeitsplätze in den Werkshallen haben.

Im New-Work-Alltag arbeiten Beschäftigte eigenständig und kreativ in Projektteams zusammen, um beispielsweise neue Produktionsabläufe in der Werkshalle zu erarbeiten, halten Fachvorträge oder entwickeln Arbeitsplätze, die einen besseren Arbeitsschutz gewährleisten können. Die Arbeitswelten in der Produktion rücken auf diese Weise zusammen und die Eigenverantwortung stiftet Sinn.

In der Produktion mit Dirk Glück: Wie sieht der New-Work-Alltag aus?

Dirk Glück arbeitet bei einem Anlagenbauer in Hessen und ist direkt in der Produktion tätig. Morgens bei Schichtbeginn hat Dirk mit einem integrierten Dashboard die Kontrolle über den optimalen Produktionsstart und überwacht die Maschinen in der Fertigungslinie (Shopfloor). Somit kann er mögliche Schwellwertüberschreitungen über den Tag kontrollieren und rechtzeitig darauf reagieren.

Datenbasierte, intelligente IoT Lösungen in der Fertigungslinie unterstützen Dirk Glück dabei, Maschinenstillstandzeiten zu vermeiden. Dank digitalisierter Produktionsprozesse kann Dirk die Anlagen und Linien mittels einer industriellen Cloud-Shopfloor Lösung überwachen. Bei Abweichung der KPIs von der Norm gibt es einen Alarm und Dirk wird informiert. Mittels Data Analytics können individuelle Daten-Modelle für eine vorausschauende Wartungsprognose erstellt werden. Das erhöht die Produktionseffektivität, reduziert Servicezeit- und Kosten durch Verhinderung von ungeplanten Ausfallzeiten. Zudem kann die Lösung um eine KI- basierte, automatische Qualitätskontrolle erweitert und somit die Ausschussproduktion reduziert werden.

Dirk Glück nutzt eine Mitarbeiter-App, um die Bereichsnews zu lesen, und überprüft zur Mittagszeit auf dem Smart-Spaces-Dashboard die Auslastung in der Kantine. Bei der Qualitätskontrolle und der Inventur lässt sich Dirk Glück von KI-gestützter Automatisierungstechnologie Robotern unterstützen, sodass er mehr Zeit für die eigentliche Produktionssteuerung hat.

In unserem Video erfahren Sie, wie der Arbeitsalltag mit Künstlicher Intelligenz sowie intelligenten cloudbasierten Prozessen in der Produktion aussieht.

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Ansätze für eigene New-Work-Szenarien in Ihrem Unternehmen

Die aktuelle Krise fordert von vielen Unternehmen neue Lösungsansätze. Nutzen Sie die Krisenzeit, um das Thema Digitalisierung in Ihrem Unternehmen voranzutreiben und die Produktionsstätten zukunftsfähig zu gestalten. Fragen Sie sich: Welche vielversprechenden Ansätze können Sie aus Dirk Glücks Arbeitswelt in das eigene Unternehmen hineintragen?

Hinweis zu den Ansätzen: Sie sollen nicht alle der Möglichkeiten in Ihrem Unternehmen einführen, sondern eine gezielte Auswahl treffen. Wählen Sie einzelne Punkte, die Sie in Zusammenhang mit Ihrer Digitalisierungsstrategie im Unternehmen ausprobieren und umsetzen möchten. Wir empfehlen für die Einführung die Lean-Workplace-Methode, bei der New-Work-Arbeitsplätze Schritt für Schritt gestaltet werden können.

Starten Sie beispielsweise mit der Einführung eines neuen Tools. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen es im konkreten Alltag in der Werkshalle verwenden und nach einer kurzen Testphase Feedback geben. Ausgehend vom Feedback wird entschieden, ob das Tool weiterverwendet wird oder Anpassungen notwendig sind. Ggfls. entscheiden Sie sich auch gegen die Weiterverwendung des Tools und für das Testen einer alternativen Lösung. Ist das Tool schließlich im Unternehmen eingeführt, kann die nächste New-Work-Lösung eingeführt werden, usw. Auf diese Weise entsteht ein digitaler Arbeitsplatz, wie der, an dem Dirk Glück arbeitet.

Ausgewählte New-Work-Ansätze aus Dirk Glücks Arbeitswelt:

  • Digital Production Twin: Mit dem Digital Production Twin wird eine Fabrik bis ins kleinste Detail digital reproduziert – ein perfektes digitales Ebenbild sozusagen. Dies ermöglicht Unternehmen, ihre Produktionsdaten kontinuierlich zu analysieren, Probleme frühzeitig zu erkennen und eine vorausschauende Wartung durchzuführen. Neben einer gesteigerten Produktionseffektivität und -qualität können Produktionskosten und -zeit eingespart werden durch Verhinderung von ungeplanten Ausfallzeiten.
  • Assisted Reality: Produktionsmitarbeiter nutzen eine Datenbrille, die sie per Sprachbefehl steuern können. Ein bewegliches Display in der Brille projiziert Bilder, die beispielsweise bei der Montage oder der Wartung von Maschinen unterstützen können. Darüber hinaus ist eine standortunabhängige Zusammenarbeit mit anderen Fachexperten möglich.
  • Digital Adoption: Anwender müssen auf die Einführung neuer digitaler Tools hinreichend vorbereitet werden, um eine hohe digitale Akzeptanz zu erzielen. Mit Hilfe von Digital Adoption wird der User Schritt für Schritt durch die Anwendung geleitet.
  • Process Management: Mit intelligenten cloudbasierten Prozessen können Produktionsabläufe und Serviceaufträge von Anfang bis Ende optimiert werden.
  • Smart Spaces: Intelligente Arbeitswelten sind mit neuen Technologien ausgestattet, die Produktionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter unterstützen. Smart Spaces Dashboards stellen die Flächennutzung der Räumlichkeiten am Standort dar oder zeigen die aktuelle Auslastung der Kantine um die Mittagszeit.
  • Digital Workplaces: Auf einer Kollaborations- und Informationsplattform, wie Coyo, Unily oder Staffbase stehen den Beschäftigten in der Fabrik wichtige Dokumente, Collaboration-Tools und Informationen jederzeit zur Verfügung – besonders spannend für Non-Desk-Workers, die nicht regelmäßig an einem Büroarbeitsplatz mit Rechner arbeiten.
  • Automatisierung von Qualitätsprozessen: Der Einsatz von KI unterstützt die Produktion mit automatisierten Prozessen bei der Qualitätssicherung und Inventur. Über ein Dashboard bleiben die Fachkräfte jederzeit informiert. So bleibt mehr Zeit für die eigentlichen Produktionssteuerung.
  • New Digital Services: Dank innovativer Lösungen wie Virtual Reality können Produkte in Zukunft mithilfe von Virtual Showrooms präsentieren werden. Auf diese Weise wird die Produktwelt zu den Kundinnen und Kunden nach Hause gebracht.
  • Employee Journey: Mit New-Work-Ansätzen werden die Bedürfnisse der Produktionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter ins Zentrum aller Transformationsprozesse gestellt.

Wie realistisch ist das Produktions-Szenario von Dirk Glück?

New-Work-Szenarien wie die von Dirk Glück werden in Zukunft zunehmen. Wie wird dies konkret aussehen? Steffen Wischmann und Ernst Andreas Hartmann (Hrsg.) kommen in ihrem Buch „Zukunft der Arbeit – Eine praxisnahe Betrachtung“ von 2018 zu dem Schluss, dass sich aktuell keine zuverlässigen Prognosen zur Ausformung zukünftiger Produktionsarbeit finden lassen. Zwei Trends heben die Autoren allerdings hervor, über die in der Fachwelt Einigkeit herrsche:

  1. Arbeitskräfte müssen in Zukunft hohen Qualifikationsanforderungen sowie Ansprüchen an die Flexibilität gerecht werden.
  2. Technologische Einsatzszenarien sind an die Qualifikation der Beschäftigten gekoppelt.

Um die neuen Technologien als Werkzeuge einsetzen zu können, führen die Autoren weiter aus, stünde die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vordergrund, auch in Bezug auf einen möglichst hohen Automatisierungsgrad. Welche Prozesse, Tools und digitalen Services sich etablieren werden, hänge am Ende weniger von allgemeinen Trends und Entwicklungen ab, sondern vor allem von unternehmerischen Entscheidungen (Vgl. S. 243).

Im Buch (S. 243ff) heißt es weiter:

„Es sollte jedoch bedacht werden, dass der Einsatz digitaler Technologien entweder als unterstützendes Werkzeug oder als reine Automatisierungsmöglichkeit, diese Wahlfreiheit unter Umständen von Beginn an einschränken kann. D. h. für die einzelnen Unternehmen kann es durchaus sinnvoll sein, sich zuerst auf die gewünschten arbeitsorganisatorischen Gestaltungsziele und Qualifikationsentwicklungen zu konzentrieren und dann die entsprechenden Technologien auszuwählen und zum Einsatz zu bringen“ .

Bleiben Sie wettbewerbsfähig mit New Work in der Produktion!

Es gibt keine allgemeingültigen Erfolgsrezepte, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Nicht die eingesetzten Technologien garantieren höhere Gewinne sowie eine gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit, sondern es braucht eine individuelle Digitalisierungsstrategie. Die Zukunft der Produktion liegt allein in den Händen jedes einzelnen Unternehmens und seinen individuellen New-Work-Ansätzen, bei denen die Bedürfnisse der Beschäftigten in den Werkshallen im Fokus stehen. Die wichtigste Frage ist: Wie kann ein Unternehmen gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Produktion die eigenen Fertigungsprozesse zukunftsfähig gestalten?

Sie möchten mit einem Experten über die Potenziale von New Work für Ihr Unternehmen sprechen? Dann nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf und wir begeben uns gemeinsam auf eine Reise durch Ihre digitale Arbeitswelt in der Produktion!

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