Die Wirtschaft und deren Unternehmen bestimmen die Gesellschaft und das Zusammenleben von Menschen maßgeblich. Die Veränderungen gelten nicht nur in Bezug auf die angebotenen Produkte und Dienstleistungen, sondern auch auf die geschaffenen Arbeitsplätze, Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Umwelt, Innovationen, Bildung und Gesundheit.

Was ist Business Ethics?

Business Ethics ist eine abgeleitete Form der Ethik. Sie untersucht die ethischen Grundsätze und überführt die Problemstellung auf das wirtschaftliche Geschäftsumfeld. Dabei versucht sie auftretende Herausforderungen präventiv zu vermeiden. Anders gesagt – Business Ethics beschäftigt sich mit den ethischen Prinzipien im Rahmen des wirtschaftlichen Handelns von Unternehmen.

Was ist Digital Ethics?

Digital Ethics ist eine weitere Form der Ethik. Die digitale Ethik umfasst die ethischen Normen in der Digitalisierung und gibt den Rahmen für den richtigen Umgang mit Daten in Unternehmen vor.

Warum ist das Thema Ethik im Zeitalter der Digitalisierung besonders wichtig?

Technologien, die das Leben im Zuge der Digitalisierung direkt beeinflussen und sogar Teil des Menschen (Kyborg) werden, erleben in den nächsten Jahren und Jahrzehnten enorme Fortschritte. Wir arbeiten intensiver und schneller an neuen Lösungen, die den Menschen in ihrem Alltag helfen und das Leben verbessern. In diesem Kontext haben 76% der Unternehmen gemäß einer PWC Studie keine ausformulierten Standards zu ethischen Fragen.

Mit der stetig wachsenden Beschleunigung der Digitalisierung und dazugehörigen Integration in den menschlichen Normalalltag der Gesellschaft ist es notwendig, frühzeitig ethische Fragen und Grundsätze zu berücksichtigen. Die unternehmerische Verantwortung ist somit untrennbar mit moralischen Wertegrundsätzen der Gesellschaft verbunden. Folgende Fragen müssen sich Unternehmen in diesem Kontext stellen, um die Verantwortung nachhaltig zu übernehmen:

  • Sind die Sicherheit und die Qualität der Daten aller Stakeholder gewährleistet und ist deren Privatsphäre geschützt?
  • Wie geht das Unternehmen mit der Digitalisierung um – sind die Mitarbeiter digital fit genug, um die eigenen Daten und die Daten des Unternehmens zu schützen d.h. können sie Manipulationen, Fake News und Phishing-Angriffe erkennen?
  • Wird die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter gefördert, damit sie wegen der Digitalisierung ihre Arbeit nicht verlieren?
  • Dient die Digitalisierung eines Unternehmens dazu, natürliche Ressourcen zu schonen und die Gesellschaft zu verbessern?

„Business & Digital Ethics“ ist ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen

Unternehmen die „Business & Digital Ethics“ frühzeitig in ihr unternehmerisches Handeln integrieren, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil. Dabei geben 69% der Kunden zum einen mehr Geld aus und sind loyaler gegenüber Unternehmen, die digital-ethisch wirtschaften. Konkret gilt das für die Unternehmen, die ganzheitlich die nachhaltige Verantwortung für ihre Stakeholder (Mitarbeiter, Kunde, Lieferant, Aktionär…) übernehmen, sorgfältig mit den zu verarbeitenden Daten umgehen, ökologisch handeln und gesellschaftliche Fragestellung aufgreifen und in diesem Kontext lösen. Konkret lässt sich der Wettbewerbsvorteil für Unternehmen an folgenden Faktoren festmachen:

  • Klarer Wettbewerbsvorteile durch positive Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb
  • Kosteneinsparung bspw. weniger Steuern zahlen, Förderungen erhalten
  • Einfacherer Zugang zu Finanzierungen des eigenen Unternehmens
  • Imagesteigerung und die Reputation des Unternehmens verbessern
  • Bessere Kundenbindung ermöglichen und neue Kundengewinnung durch ethische USPs ermöglichen
  • Intensive und dauerhafte Bindung der Stakeholder
  • Mitarbeiter sind verbundener, motivierter und zufriedener
  • Verbesserung der Produkte, Dienstleistungen und Innovationen
  • Im „War of Talents“ leichter gut qualifizierte, junge Arbeitskräfte erhalten

Sicherung und Prüfung der „Business & Digital Ethics“ in Unternehmen durch T-Systems Multimedia Solutions

Wie können ethische Maßnahmen nachhaltig gesichert werden?

Folgende strategische Maßnahmen helfen Unternehmen dabei ihren Geschäftsauftrag und die Informationsverarbeitung von digitalen Daten ethisch abzusichern. Zum einen ist eine auf das Unternehmen bezogene gesellschaftliche Unternehmensverantwortungsstrategie (Corporate Social Responsibility – CSR) und eine digitale Unternehmensverantwortungsstrategie (Corporate Digital Responsibility – CDR) zu entwickeln und nachhaltig in die Prozesse zu integrieren, so dass das „ethische Mindset“ des Unternehmens in „Fleisch und Blut“ den Menschen übergeht. Dies lässt sich realisieren, wenn das Unternehmen bereits etablierte Standards, Normen und Leitlinien in Prozessen integriert hat. Dazu gehören folgende Normen und Leitlinien:

  • UN Global Compact – Ist eine Initiative, die freiwillig und weltweit bekannt ist. Die Realisierung der beinhalteten zehn bestimmten Prinzipien, die in vier verschiedenen Themen (Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz, Korruptionsbekämpfung) verteilt sind, bietet den Unternehmen die Möglichkeit, eigene Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.
  • Die ISO 26000 – Sind Leitlinien auf freiwilliger Basis. Sie unterstützen die Unternehmen dabei, ihre eigene gesellschaftliche Unternehmensverantwortungsstrategie zu entwickeln. Die Leitlinien fokussieren sich dabei auf Themen wie Organisationsführung, Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Verbesserung der Gesellschaft, Umwelt und Nachhaltigkeit.

Ethische Qualität – Überprüfung des ethisch wünschenswerten Verhaltens von Unternehmen.

Unternehmen können ihre Softwareentwicklung auf bestimmte Qualitätssicherheitsstandards hin anpassen und sich unter ethischen Kriterien prüfen lassen. Ein solcher Standard ist bspw. die ISO 25010, welche von unseren Quality Engineers und Quality Architekten der BU Certified Quality and Automation (CQA) der T-Systems MMMS zertifiziert wird.


Mehr Information erhaltet ihr in einem vertiefenden Artikel zu „Digital Ethics in der Qualitätssicherung“ unseres Kollegen John Böhm aus dem Projektfeld Functional Test.
> Zum Artikel


Was macht unser Konzern Telekom / T-Systems in diesem Kontext?

Die Telekom als weltweit führendes Unternehmen besitzt eine Unternehmensverantwortungsstrategie, die Themen wie die Ermöglichung nachhaltiger Lebensweisen in einer digitalen Welt, den Zugang und die Teilhabe an der Informations- und Kommunikationsgesellschaft, sowie die klimafreundliche Gesellschaft umfasst.

Die Telekom hat in diesem speziellen Kontext die digitale Verantwortung übernommen und ethische Leitlinien für künstliche Intelligenz entwickelt:

  • Verantwortlich: Wir übernehmen Verantwortung. Wir haben klar definiert, wer bei uns verantwortlich ist.
  • Sorgfältig: Wir gehen sorgsam mit KI um. Wir unterstellen unsere KI-Systeme Recht und Gesetz.
  • Unterstützend: Wir stellen unsere Kunden in den Mittelpunkt. Wir wollen, dass KI das Leben unserer Kunden vereinfacht und bereichert.
  • Transparent: Wir stehen für Transparenz. Wir sagen, wann ein Kunde mit KI kommuniziert und wie wir Kundendaten einsetzen.
  • Sicher: Wir bieten Sicherheit. Wir schützen und sichern die Daten unserer Kunden.
  • Verlässlich: Wir legen das Fundament. Wir prüfen und evaluieren Daten-Input für die Entwicklung und Verbesserung unserer KI.
  • Vertrauensvoll: Wir behalten den Überblick. Wir können jeder Zeit in KI-Systeme eingreifen, um Schaden abzuwenden.
  • Kooperativ: Wir leben das Kooperationsmodell. Wir stellen den Menschen an erste Stelle – wir sehen aber auch Vorteile in einer Mensch-Maschine-Interaktion.
  • Erklärend: Wir teilen und erklären. Wir wollen das Wissen und die technischen Kompetenzen über KI erhöhen und zugänglich machen.

„Eating your own dogfood“ – Und was machen wir in der T-Systems MMS?

Kern der Unternehmensverantwortungsstrategie der T-Systems MMS ist das Gestalten der Digitalisierung für eine bessere Welt. Rund um Matthias Lohse (Corporate Change, T-Systems Multimedia Solutions) ist dabei ein Katalog mit zugehörigem strategischen Mindset in der T-Systems MMS erarbeitet worden:

  • Rahmenbedingungen für ein vielfältiges Miteinander, für eine gesunde und nachhaltige Lebensweise und für eine sinnstiftende Arbeit,
  • eine verantwortungsvolle und nachhaltige Digitalisierung und
  • eine regionale Verantwortung über unsere eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt.

Sie wollen in das Thema tiefer einsteigen? Dann empfiehlt unser Gastautor Thomas Rahm Ihnen dieses Interview mit Dr. Sarah Spiekermann, Leiterin Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Gesellschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien.